Insektensterben – was nun?

Staatssekretär im Umweltministerium Baden-Württemberg, Andre Baumann auf Einladung von Petra Krebs in Wangen

(Wangen) Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Petra Krebs fand am Montag den 16.07. eine Abendveranstaltung mit Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann zum Thema ‚Insektensterben‘ im Portugiesischen Gemeindezentrum statt.

Vorausgegangen waren am Nachmittag Besichtigungen von zwei Umweltprojekten bei Gebrazhofen, zu denen auch Vertreter des NABU, des Landschaftserhaltungsverband und anderer Organisationen erschienen waren. Besucht wurde das Naturschutz-Beweidungsprojekt im Argenseeried und anschließend die Grünbrücke über die A 96.

2018-07-19_Andre Baumann Gebrazhofen

https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/leutkirch_artikel,-wasserb%C3%BCffel-sorgen-f%C3%BCr-die-artenvielfalt-_arid,10904185.html

Staatssekretär Baumann begann seinen Vortrag am Abend mit Informationen zum ‚Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt‘, welchem sich das Land Baden-Württemberg im Jahr 2017 verpflichtet hat.

Das Sonderprogramm wird durch die Ministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie für Verkehr unterstützt.

Zudem erläuterte Staatssekretär Baumann die Ziele und Schwerpunkte der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg, die seit 2013 in Kraft ist und sich zum Ziel gesetzt hat, die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre genetische Vielfalt zu erhalten, die Lebensräume zu sichern und ihre Überlebenschancen zu verbessern.

Allerdings sei die Durchsetzung der verschiedenen Strategien nur mit der Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen zu erreichen, die seit vielen Jahrzehnten auf Flur und Feld wertvolle Arbeit leisteten. Staatssekretär Baumann führte als Beispiel eine Aktion von Umweltschützern aus Nordrhein-Westphalen an, die schon vor über 25 Jahren Insektenflugfallen aufstellten um so die Zahl der Insekten zu bestimmen bzw. um zu versuchen, das Insektensterben zu dokumentieren. Diese Art des Insektenmonitorings, die von Ehrenamtlichen initiiert wurde, so der Staatssekretär weiter, werden jetzt vom Land übernommen um die vorhandenen Wissenslücken zu schließen.

Mit vielen weiteren Beispielen betonte Staatssekretär Baumann, wie sich die Landesregierung für den Erhalt der Kulturlandschaft Baden-Württembergs einsetzt: Mit Schutzmaßnahmen für Moorgebiete und der Pflege von anderen Schutzgebieten, mit gezielter Unterstützung der Landschaftspflege und mit der Förderung von Stadtökologie mit Programmen wie „Natur nah dran“.

Am Ende moderierte Petra Krebs eine rege Frage- und Diskussionsrunde, wobei Fragen zu Steingärten, vom Staatssekretär ‚Gärten des Grauens‘ genannt, zu Pestizidfreien Kommunen und Stadtökologie oder auch zur Bodenschutzverordnung zur Sprache kamen. Anwesend waren unter anderem Vertreter von Nabu, vom Landschaftserhaltungsverband und vom B.U.N.D.

Zum Schluss dankte Staatssekretär Baumann den vielen ehrenamtlichen Naturschützern für ihr Engagement und betonte noch einmal, dass die große Bewegung gegen das Waldsterben von Bürger_innen initiiert wurde. Genauso müssen Maßnahmen gegen das Insektensterben sowie für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowohl von den Bürger_innen im Kleinen als auch von Seiten der Politik umgesetzt werden.

‚Probiert doch mal lokales Lammfleisch und trinkt dazu süddeutschen Most, auch das ist nachhaltiges Handeln‘ so Staatssekretär Baumann zum Abschied an einem gelungenen und informativen Abend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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