Referenten Jahrestagung Gesundheitsökonomie an der Hochschule Ravensburg-Weingarten 2016

Diskutierten bei der Jahrestagung an der Hochschule Ravensburg-Weingarten über die Zukunft der Gesundheitsversorgung: (von links) Professor Dr. Axel Olaf Kern, Leiter des Studiengangs Gesundheitsökonomie, Professor Dr. Wolfgang Wasel, Dekan der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Andreas Vogt, Leiter der baden-württembergischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, Oberschwabenklinik-Geschäftsführer Dr. Sebastian Wolf, Petra Krebs, MdL, Gesundheitspolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, Moderatorin Ulrike Felder-Rhein, Dr. Bärbel Grashoff, Vorstandsmitglied MEDI Baden-Württemberg e.V., Harald Sievers, Landrat des Landkreises Ravensburg, Walter Hummler, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Federsee, CDU-Bundestagsabgeordneter Lothar Riebsamen, MdB, und Professor Dr. Jan-Marc Hodek, Professor im Studiengang Gesundheitsökonomie. Quelle: Simone Müller

Jahrestagung Gesundheitsökonomie

Vernetzung, Digitalisierung und Wertschöpfung waren die Schlagworte der Stunde: Mit der Jahrestagung Gesundheitsökonomie hat der gleichnamige Studiengang der Hochschule Ravensburg-Weingarten am Freitag sechsjähriges Bestehen gefeiert. Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gesundheitswesen, der Wissenschaft sowie der Bundes- und Landespolitik nahmen daran teil. Manfred Lucha, MdL, Minister für Soziales und Integration, eröffnete die Tagung inhaltlich mit einem Vortrag zu den gesundheitspolitischen Perspektiven auf Landesebene.

„Jeder muss die Hilfe bekommen, die er benötigt. Das ist unsere Aufgabe“, betonte Lucha. Dazu gehöre für ihn die Überwindung von Sektorengrenzen in der Gesundheitsversorgung. Damit sprach er sich im Rahmen der Tagung für die Vernetzung von verschiedensten Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäusern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Reha-Zentren aus. Auch ging der Landesminister damit auf eine mögliche Chance zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen und gleichzeitigem Thema der Tagung ein: Der Versorgung entlang der Wertschöpfungskette. Gemeint ist damit die effiziente Versorgung aus einer Hand durch das Zusammenwirken der einzelnen Akteure des Gesundheitswesens.

Begrenzte Ressourcen bestmöglich einsetzen
Denn: Angesichts des demografischen Wandels, überfüllter Notaufnahmen und betriebswirtschaftlicher Herausforderungen, etwa dem Kostendruck und Fachkräftemangel, muss ein Umdenken stattfinden. Dies machte Professor Dr. Jan-Marc Hodek, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, in seinem wissenschaftlichen Vortrag deutlich. „Die begrenzten Ressourcen wie Geld, Zeit und Wissen müssen bestmöglich eingesetzt werden“, so Hodek, dessen Rede den Einstieg in die Podiumsdiskussion darstellte. Sechs Vertreterinnen und Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik sowie dem Gesundheitswesen führten dabei Dialog zu Themen wie der Digitalisierung und den zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen.

Zuvor ging es im Vortrag des CDU-Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen, MdB, um die gesundheitspolitische Perspektive auf Bundesebene. Er sprach sich vor allem für die Schaffung von deutlich mehr Kurzzeitpflegeplätzen aus: „Die Pflegeversicherung stellt nun entsprechend viel Geld zur Verfügung – dieses muss auch genutzt werden.“ Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, MdB, ging in ihrem Vortrag auf die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ein. „Weingarten nimmt im Bereich der Ausbildung eine immer bedeutendere Rolle ein“, lobte sie den Studiengang Gesundheitsökonomie. Am Nachmittag rundeten Workshops zu den Themen „Vernetzung und Integration“ sowie „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ das Programm der Jahrestagung ab.

Durch die Veranstaltung führte Professor Dr. Axel Olaf Kern, der Gründer und Leiter des Studienganges. Er ging – nicht ohne Stolz – auf die sechsjährige Erfolgsgeschichte der Gesundheitsökonomie an der Hochschule Ravensburg-Weingarten ein. „Runde Geburtstage wie fünf oder zehn Jahre feiern viele“, so Kern. „An einen sechsten Geburtstag wird sich jeder erinnern.“

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