Agnieszka Brugger MdB, Chris Kühn MdB und Landtagskandidatin Petra Krebs stehen im Lindenhof, der früheren Kantine der Baumwollspinnerei Erba. (Foto Krebs)

Unsere Abgeordnete im Bundestag, Agnieszka Brugger kam gemeinsam mit ihrem Kollegen Chris Kühn zur Besichtigung des Erba-Geländes. Danke für einen spannenden Tag in Wangen. (Foto Krebs)

Besichtigung des Erba-Geländes mit den Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger und Chris Kühn

Chris Kühn MdB, Bau- und Wohnungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN aus Tübingen ist gemeinsam mit unserer Abgeordneten Agnieszka Brugger in der letzten Woche zu einer Besichtigung des Erba-Geländes nach Wangen gekommen. Chris Kühn hat sich als Mitglied der Jury über die Vergabe von Fördermitteln im Projekt „Nationale Projekte des Städtebaus“ dafür eingesetzt, dass eine Million Euro aus Fördermitteln des Bundes zum anstoßen von Projekten der Stadtentwicklung im Erba-Gelände nach Wangen geflossen sind.
Trotz Starkregens war das ein sehr informativer und angenehmer Tag. Schön, dass auch 25 Bürgerinnen und Bürger der Einladung zur Begehung des Geländes gefolgt sind. Das Thema bewegt die Wangener!

Hier der Online-Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 07.03.2016: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Es-geht-um-Erba-Erschliessung-und-sozialen-Wohnungsbau-in-Wangen-_arid,10408499_toid,731.html

Hier der Text meiner Pressemitteilung:

Erschließung der Erba und sozialer Wohnungsbau

Grüne Bundestagsabgeordnete besichtigen das Erba-Gelände

Auf Einladung von Petra Krebs kam der Bundestagsabgeordneten Chris Kühn begleitet von seiner Bundestagskollegin Agnieszka Brugger zur öffentlichen Besichtigung des Erba-Geländes.
Kühn ist bau- und wohnungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen und hat sich als Mitglied der Jury „Nationale Projekte des Städtebaus“ dafür eingesetzt, dass zur Erschließung des Erba-Geländes eine Million Euro Fördermittel nach Wangen fließen.

Wegen des starken Regens erläuterten Melanie Griebe und Miriam Engemann als Vertreterinnen der Stadtverwaltung vorab im Lindenhof die Pläne der Stadtverwaltung zur Gestaltung des Industriedenkmals. Melanie Griebe zeigte auch auf, welche Projekte mit der Million Fördergelder angestoßen werden können. Dazu gehört unter anderem auch ein Infopavillon in einem Gebäude beim großen Kamin. Melanie Griebe erläuterte auch, welche Maßnahmen bereits heute schon das Bild des Spinnereigeländes eindrucksvoll verändern. Hierzu zählt der Abbruch der Lagerhallen beim Wasserkraftwerk. Davon, dass der Abbruch der Hallen den Blick und damit das Gelände in Richtung Argen deutlich öffnen, konnten sich die 25 Bürger gemeinsam mit Chris Kühn, Petra Krebs und Agnieszka Brugger beim anschließenden Rundgang über das Gelände überzeugen.
Im Laufe der nächsten Jahre soll sich dieses Gelände nicht nur für die Landesgartenschau 2024 verändern. Die Erba soll sich nachhaltig zu einem lebendigen Stadtquartier mit guter Wohn-, Erholungs- und Lebensqualität entwickeln. Viele der vorhandenen, zum Teil denkmalgeschützten Gebäude bleiben erhalten und werden in den nächsten Jahren saniert. Eine städtebauliche Herausforderung sei das Ziel, das Gelände, das wie der Auwiesenweg durch bauliche Barrieren wie den Hochdamm und die Straße von der Stadt räumlich „abgeschnitten“ sei, als gut zugängliches Stadtquartier zu integrieren. Bevor die Gruppe sich zum Rundgang über das Gelände aufmachte, stellte der Vorsitzende Hermann Schneller den Erba-Museums-Verein und dessen Pläne für ein Textil-Museum vor. Schneller nutzte die Gelegenheit, die Gäste in die Räume des Museums-Vereins zu führen. Hier sagte Chris Kühn, der auch Mitglied im Kulturausschuss des Bundestages ist, dem Museums-Verein seine Unterstützung bei der Vermittlung von Kontakten zu anderen Textil-Museen und der Suche nach Fördertöpfen zu.
Eine kleinere Gruppe um die Abgeordneten besichtigte im Anschluss an die Erba-Begehung die Neubauten im Herzmannser Weg. Hier interessierten Kühn die Baukosten und die Konzeption. Auch die Synergie-Effekte, die bei Planung und Bau der Gebäude durch die Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt Wangen genutzt werden konnten, interessierten Kühn, da sich ihm die Frage nach soliden Konzepten derzeit regelmäßig bei Besuchen in Kommunen beschäftige.

Beim GOL Stammtisch zum Thema „Grüne Lösungen im sozialen Wohnungsbau – am Beispiel der Stadtentwicklung in Wangen“ lobte Kühn das lösungsorientierte Vorgehen mit dem Bau der Unterkunftsgebäude im Herzmannser Weg. Auch die am Nachmittag vorgetragene Idee, Teile des Gebäudebestands der früheren Arbeitersiedlung in die Hände einer Bürgergenossenschaft zu geben, begrüßte Chris Kühn vor den 25 Gästen beim GOL-Stammtisch.

Für alle bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Gegenden – auch im Allgäu – mittlerweile Mangelware, stellte Chris Kühn in seinem Eingangsreferat dar. Um diesen Bedarf zu bedienen, herrsche im Bund dringender Handlungsbedarf. Mit den derzeitigen Förderungen für sozialen Wohnbau reduziert sich das Angebot jährlich um 60.000 Sozialwohnungen, weil diese ihre Bindung verlieren und an den freien Wohnungsmarkt gelangen. Die Grünen im Bundestag möchten für einen neuen Aufbruch für bezahlbares Wohnen eine alte Tradition, die Wohnungsgemeinnützigkeit, neu beleben. Das derzeitige Prinzip der Förderung sorge dafür, dass öffentliche Gelder zur Förderung von Sozialwohnungen nach den Bindungsfristen mit teilweise enormen Mietsprüngen und maximaler Rendite in privates Vermögen fließen. Beim Prinzip der Wohnungsgemeinnützigkeit dagegen, erhalten Vermieter die sozial und langfristig Wohnraum anbieten, steuerliche Vergünstigungen, somit wird öffentliches Geld für öffentliche Güter verwendet.

Nach dem kurzweiligen Vortrag von Chris Kühn entstand eine lebhafte Debatte über die Notwendigkeit darüber, Quartiersentwicklung vielseitig zu planen und zu denken. Einhellig wurde das Vorgehen der Entwicklung in der Erba und die Beteiligungsprozesse gelobt.

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